Die Schröders – in der Mitte Minister Remmel

„NRW is(s)t …“: Unter diesem Motto steht die diesjährige Sommertour von NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel. Als 14. Station seiner Sommertour stand am Donnerstag vergangener Woche der Besuch auf dem Heinenhof von Gisela und Dr. Josef Schröder in Pulheim-Orr auf dem Programm. Die beiden Agraringenieure setzen in ihrem Betrieb neben dem klassischen Ackerbau auf die Direktvermarktung. Und der Minister zeigte sich begeistert: „Für mich ist der Heinenhof ein Vorzeigebetrieb für die regionale Vermarktung von Produkten“, hob Remmel bei seinem Besuch hervor.

Vom Heinenhof ist die Direktvermarktung nicht mehr wegzudenken. Seit über 50 Jahren werden auf dem Betrieb, der zwischen Köln-Esch, Köln-Auweiler und Pulheim liegt, Produkte direkt ab Hof verkauft. „Natürlich haben sich in der Zeit die Bedürfnisse der Verbraucher gewandelt. Heute legt der Kunde besonderen Wert auf Regionalität und Qualität sowie auf das Einkaufserlebnis. Und diese Ansprüche wollen wir natürlich erfüllen“, sagen die Ehe leute Schröder. Guter Service ist dabei für die Schröders in der Direktvermarktung selbstverständlich. „Der Kunde ist König und wir versuchen immer wieder, auf ihn einzugehen. Wichtig ist, dass er mit einem Lächeln oder Augenzwinkern von uns verabschiedet wird und gerne wiederkommt“, berichtet Gisela Schröder, die hauptsächlich den Ab-Hof-Verkauf im Betrieb managt. Ganz bewusst setzt sie dabei auf Mund-zu-Mund-Propaganda. „Die meisten Kunden kommen zu uns, weil wir weiterempfohlen wurden“, freut sich die Direktvermarkterin.

Guter Service wird auf dem Heinenhof großgeschrieben. Aber entscheidend für die erfolgreiche Direktvermarktung ist auch das große und gute Produktsortiment. „Wir möchten in unserem Hofladen möglichst das ganze Jahr über ein saisonales Produkt aus unserer eigenen Erzeugung für die Kunden bereithalten“, erläutern die Schröders ihr Konzept. Im Frühjahr ist dies Spargel, der auf dem Heinenhof auf 6 ha angebaut wird. Ebenfalls in die Frühjahrssaison fällt der Rhabarber sowie jetzt in den Sommermonaten die Tomaten und die Gurken, die im eigenen Gewächshaus angebaut werden. Auf dem Acker angebaut werden für die Direktvermarktung Kartoffeln, Kürbisse, Mangold und Zucchinis. Komplettiert wird dieses Angebot mit Gemüse und Obst von anderen Landwirten. Auch die Fleischvermarktung gehört zum Heinenhof dazu. Ab November bis Weihnachten werden Gänse von den Orrer Weiden sowie das ganze Jahr über Fleisch der eigenen Limousin-Herde angeboten. Seit zwei Jahren sind die Schröders in die Fleischrinderhaltung eingestiegen. Und seit einem Jahr vermietet der Heinenhof einen Teil seiner Ackerfläche an Hobbygärtner.

Im Laden auf dem Heinenhof werden nicht nur die betriebseigenen Produkte vermarktet. „Uns ist es wichtig, ein umfassendes Angebot für die Verbraucher zu haben“, erklärt Gisela Schröder. So gehören zum Angebot unter anderem Eier und Milchprodukte von anderen Berufskollegen. Hinzu kommen Säfte aus der Region, Marmeladen und vieles mehr. Die Schröders haben sich auf ihre Fahnen geschrieben, ihren Kunden auch zu zeigen, wie ihre Produkte erzeugt und verarbeitet werden. So sind während der Spargelsaison im Hofladen auch die Spargelsortiermaschine und die Spargelschälmaschine im Einsatz zu sehen. „Alles nah am Kunden“, erläutern die Schröders, die sich als Ziel gesetzt haben, möglichst so viel selbst zu erzeugen, wie sie auch über die eigene Ladentheke vermarkten können. „Das ist nicht immer ganz einfach“, geben die beiden Agraringenieure unumwunden zu.

Der Umgang mit den Kunden macht Gisela Schröder und ihrem Mann sowie ihren beiden Kindern Spaß. Die 23-jährige Anna, die derzeit Medizin in Bonn studiert, hilft gerne im Hofladen aus. Der 22-jährige Josef, der in Bonn Agrarwissenschaften studiert, hilft dagegen überwiegend seinem Vater im Ackerbau und möchte den Betrieb gerne übernehmen. Die nächste Generation auf dem Heinenhof steht also schon in den Startlöchern.

Gisela Schröder zeigt Minister Remmel den Anbau von Tomaten im Gewächshaus des Hofes

Für Remmel ist die Ab-Hof-Vermarktung regionaler Produkte ein Modell für eine Reihe von Betrieben. „Denn regionale Produkte sind mehr denn je gefragt“, betonte der Minister während seiner Stippvisite auf dem Heinenhof. Neueinsteiger sollten aber genau abwägen, ob auch ihr Standort geeignet ist. Bei der Familie Schröder ist dies kein Problem. Der Heinenhof liegt ideal an einer sehr befahrenen Straße und im Einzugsgebiet von Köln und der Stadt Pulheim mit ihren insgesamt zwölf Ortschaften und über 55 000 Einwohnern.

Zum Abschluss gab Betriebsleiter Schröder dem Minister noch einen Wunsch mit auf den Weg: „Vertreten Sie die Interessen aller Betriebe, egal wie sie wirtschaften. Alle Betriebe haben ihre Berechtigung.“

 

NRW-Landwirtschaftsminister Remmel besuchte den Heinenhof
Datenschutzinfo